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Wenn man die Nachrichten verfolgt, wenn man die Politik verfolgt, wenn man die Finanzmärkte verfolgt, wenn man die Entwicklungen in der Schule verfolgt, wenn man den Kampf gegen den Terror verfolgt, wenn man die Diskussion über die Überwachung verfolgt, dann stellt sich immer wieder die Frage: Was stimmt da nicht?

Mit Bildung baut ihr meine Zukunft, bereitet mich auf das vor was kommt, aber im Grunde interessiert ihr euch nicht für mich, nicht für mich persönlich. Das was zählt, sind meine Noten, mein Durchschnitt ist eine Erkennungsnummer.

Ausgehend von den Erfahrungen der Schüler versuchen wir diesem Eindruck auf den Grund zu gehen. Auf welche Widersprüche stößt man, wenn man genauer hinsieht? Aber wir sehen ja nicht mehr genauer hin. Wir sehen nur die Oberfläche. YOLO - You only live once.

Wir haben heute das Gefühl, vielen Entwicklungen hilflos ausgeliefert zu sein, keinen Einfluss nehmen zu können. Wenn man nicht mehr das Gefühl hat, etwas beeinflussen zu können, kann man sich den Regeln nur noch unterwerfen und glauben (oder hoffen), dass sie stimmen, dass sie vernünftig sind.

Ich glaube an Regeln. Weil ich sie nicht verstehen kann, weil ich fürchte, dass alles falsch ist, glaube ich an Regeln. Ich glaube fest daran, denn alles macht mir Angst. Ich verteidige die Regeln, mit aller Kraft, bis ich nicht mehr kann.

Was bleibt übrig, wenn wir Regeln folgen, ohne sie zu verstehen? Wenn wir unsere Smartphones mit unseren Daten füttern, so dass Google mehr von uns weiß, als wir selber? Amazon schickt Pakete los, bevor sie bestellt wurden. Sie wissen mehr über unsere Wünsche als wir selber. Aber das machen sie ja nur für uns, um unser Leben besser zu machen.

Welches Leben, wenn wir überall überwacht werden? Wenn die Privatsphäre zur Ware wird?

Welche Welt sehen wir, wenn uns das personalisierte Internet nur das zeigt, was wir sehen wollen?

Worum geht es? Es geht um Nichts! Es geht um Alles! Es geht um uns!

Das alles sind wir, all das sind wir, unser Leben ist jetzt überall.

Schauspieler*in

Phil Niggemann
Nils Bäcker
Claudia Morlang
Cora Casimir
Luca D´Ortona
Julia Schnober
Kimberly Tanzius
Leandra Sülzer
Sofie Sperling
Lasse Albrecht

Technik

Stefan Schulte
Marvin Strangfeld
Pascal Schwarz
Simon Weber
Autor:
Eigenproduktion
Gruppe:
Premiere:
28.03.2014
Aufführungen:
  • 28.03.2014
    Ev. Gym. Meinerzhagen
  • 02.04.2014
    Ev. Gym. Meinerzhagen
  • 05.04.2014
    Ev. Gym. Meinerzhagen
  • 18.09.2014
    Schultheater der Länder Saarbrücken
  • 28.05.2015
    Ev. Gym. Meinerzhagen
  • 23.06.2015
    Stadteilschule Hamburg Bergedorf
  • 24.06.2015
    Malersaal im Schauspielhaus Hamburg

Ihr habt mich. Ihr habt sie alle. Ihr habt uns alle in euren Händen. Keine unserer Entscheidungen könnt ihr nicht steuern. Wir sind euch unentwegt ausgeliefert. Ich bin euch unentwegt ausgeliefert. Selbst wenn ich denke, dass ich ganz allein aus meinem eigenen Willen handle, wart ihr irgendwo am Werk, habt an meinen Gedanken geschraubt, habt mich beeinflusst, sanft auf mich und meine Gedanken eingewirkt. - mit jedem Satz, jedem Plakat, jeder Werbung, jedem vermeidlichen Versprechen. Nur immer so dass Ich nichts merke. So, dass wir alle denken, dass alles Ordnung sei. 

Text: Julia Schnober

Show you

are not

afraid.

Manchmal möchte man in einem See schwimmen, nur weil da steht, dass man hier nicht schwimmen darf.  Oder im Stehen Pinkeln, nur weil auf der Toilette so ein blödes Verbotsschild klebt. Ich käme sonst nie auf die Idee im stehen zu pinkeln. Oder schlecht über Essen zu reden, oder mit dem Essen zu spielen.  Oder ein Haus anzuzünden.  Aber wenn da steht, das Haus darf nicht angezündet werden, dann möchte ich dieses Haus anzünden, allein weil das Verbot sagt, dass man mir zutraut das Haus anzuzünden.

 

. mitspieler .

 

. kritik .

Sei wie du bist.

Aber wer bist du?

Du bist alles was du tust.

Du bist alles was du hast.

Wenn es einer sieht.

Also müssen es alle sehen.

Also musst du es allen zeigen.

So bin ich.

So bin ich, ist eine Aussage.

Die bestätigt wird.

Kritik ist negativ.

Kritik erfordert Auseinandersetzung.

Kritik bedeutet Denken.

Es gibt keine Kritik.

Nur den Like Button.

Also erfülle die Erwartungen.

Also zeige uns, dass du die Erwartungen erfüllst.

Bestätige die Erwartungen.

Dann bestätigen wir dich.

Banken werden von der Wirtschaft abgekoppelt.

Schulen werden von Bildung abgekoppelt

Denken wird zugunsten der Optimierung aufgegeben.

Spaß ist das neue Verantwortungsgefühl.

 

Wir machen Scheine statt Erfahrungen.

Wir machen Umfragen anstatt Probleme zu lösen.

Wir wecken Hoffnung anstatt ihnen eine Zukunft zu geben.

Wir machen Fotos anstatt Dinge zu erleben.

Wählerstimmen statt Politik

Slogan statt Inhalt.

 

. bilder .

Am liebsten würdet ihr unsterblich sein, aber ihr wisst überhaupt nicht was das bedeutet: Es ist wie fallen, ohne den Boden zu sehen. Ihr könnt auch nicht anhalten oder langsam fallen, um zu verstehen was passiert.
Es wird einen Aufprall geben, das ist sicher. Wie lange es bis dahin dauert, kann niemand sagen. Genießt die Zeit davor. Fallen ist gar nicht soweit entfernt von fliegen.

Euer Traum von  Freiheit.  Jetzt müsst ihr loszulassen. Ihr müsst euch trauen, die Augen schließen und bis 10 zählen. Dann schlagt ihr auf, dann seid ihr frei